Zimmer mit schlechten Aussichten.

Mit 7 oder 8 war ich das erste und bis dahin einzige Mal im Krankenhaus. Wir Kinder spielten auf einem Schutthaufen „kriegen“ und ich war der Verlierer. Eine genähte Platzwunde am Kopf und zwei Nächte zur Beobachtung war der Spuk auch schon vorbei. Das ist jetzt 30 Jahre her, so viel lange das ich mich nicht wirklich dran erinnere.

An das vergangene Wochenende werde ich mich so schnell nicht, nicht erinnern. Ich war wieder im Krankenhaus, nichts wildes eine Reparatur am Ohr. Man wird ja nicht jünger. Nicht so schlimm, nach der Vollnarkose und dem vorhergehenden Gelächter im OP lag ich auf Zimmer 610 der HNO. Wir waren zu zweit und Glück im Unglück bekam ich als Nachzügler nicht das Bett am Fenster. Denn aus diesen konnte man klar und deutlich das Haus 40 und die neongrellen Zimmer leuchten sehen. Das Haus in dem ich mein Großvater das letzte mal lebend sah und in der man mir die „nur noch fünf Monate“ Diagnose meiner Großmutter mitteilte.  Auf diese Aussicht konnte ich verzichten.

Auf extra Butter zum Frühstück nicht.

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